1980

Von der Sahel zur Feuchtsavanne

An die Grenze

Affenbrotbaum (Baobab) im Süden Burkina FasosAuf der Botschaft von Ghana mußten wir zwei Stunden über den Termin warten bis wir unsere Pässe bekamen, der beamtete Kerl wollte von allen meinen Stempeln wissen zu welchen Land sie gehörten und ob ich schon mal in Lybien war usw. Als wir die Pässe endlich in Händen hatten, waren die Banken schon zu und wir mußten bis 16 Uhr warten. Wir nutzen die Zeit um unsere Vorräte aufzufrischen, wechselten dann und brachen in Richtung Bobo Diolasso auf. Da es schon spät war als wir aufbrachen, suchten wir bald einen Lagerplatz und waren nach kurzem wieder von einer großen Schar Leute umringt. Gott sei Dank wieder ohne Schnacken, verbrachten wir diese Nacht.
Bis Bobo Diolasso (Bobo Dioulasso) war es nicht mehr allzu weit und wir freuten uns, mal wieder auf einer Teerstraße fahren zu können. Die Freude jedoch war nur von kurzer Dauer. Die Straße wurde von Bobo und von Ouaga her geteert. Anfangs kümmerten wir uns nicht um die Absperrung, welche wir bald erreichten und rasten über den noch frischen Teer, daß er rechts und links aufspritzte. Nach Kurzem allerdings wurden wir von den Bauarbeitern entdeckt und kassierten mit Recht einen mächtigen Anpfiff. So mußten wir auf die miserable Piste ausweichen die direkt neben der in den relativ dichten Busch geschlagenen neuen Straße verlief.
Allmählich tauchten auch bis jetzt nicht vorkommende große Baumarten im Landschaftsbild auf.

Bobo Dioulasso, die zweitgrößte Stadt Obervoltas, machte einen ruhigen und gemächlichen Eindruck, ganz anders als das quirlige Ouagadougou. Große Bäume, die entlang der Straßen Schatten spendeten, bestimmten das Bild der Stadt. Auf derem sehr großen Markt fielen besonders die riesigen mehrere Meter hoch aufgetürmten Berge mit Melonen und die LKW-Ladungen mit Tomaten ins Auge.
Abends suchten wir uns 2-3 Kilometer außerhalb einen Lagerplatz.
Den nächsten Tag verbrachten wir zunächst mit Sightseeing und verschiedenen Erledigungen in Bobo, aus dem geplanten Versenden von Souvenirs per Post wurde jedoch nichts, da das extrem teuer war.
Wir verließen dann Bobo Dioulasso in Richtung Banfora. Nach einer guten Strecke, das Gelände fiel gerade sanft zu einem weitläufigen Tal ab, änderte sich fast schlagartig das Landschaftsbild, alles wurde jetzt grün und saftig, mit intensiver Landwirtschaft.
In etwa 100 KM Entfernung von Bobo lagerten wir, zur Abwechslung wieder einmal ungestört, unter einem gewaltigen Affenbrotbaum.

Am 19. Dezember 1980 erreichten wir auf der guten Straße das Provinzstädtchen Banfora wo wir eine Pause einlegten. Hinter diesem Ort, in Richtung der Elfenbeinküste, wurde der Weg katastrophal, ungeteert und zudem herrschte häufiger Verkehr. Bei jedem entgegenkommendem LKW wurden unsere Fahrzeuge in dichte rote Staubwolken gehüllt.
Im Grenznest die übliche Prozedur: Gendarmerie, Polizei und Zoll. Aber alle waren sie sehr höflich, der Schlagbaum öffnete sich und wir verließen dieses angenehme Land mit seinen freundlichen Menschen. 

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© Peter Engelhardt 2005
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