

Der 22.09. begann neblig und kühl, wir fuhren in aller
Frühe in den Ort um uns Frühstück zu kaufen. Doch fanden
wir nichts, alles war noch zu.
Viele Mauern in Guernica waren mit politischen Parolen
und Gemälden verziert, solches sollten wir im Baskenland
noch öfters beobachten.
In Guernica hatten wir als Deutsche natürlich ein wenig
ein beklemmendes Gefühl.
Die Straße führte weiter durch eine Landschaft, die
große Ähnlichkeit mit dem Allgäu hatte. Plötzlich ein
harter Schnitt, wir hatten das Ufer des Golfes von
Biskaya erreicht.
Hier wollte Ardi irgendwo ein paar Tage bleiben.
In Lequeitio fanden wir das richtige.
Wir konnten auf einer Wiese über der Bucht, in der
Lequeitio liegt, campieren. Ardi hatte ein großes
Zelt dabei, das wir allerdings immer neu aufstellten,
denn wir hatten niemand um Erlaubnis gefragt. Prompt kam
eines Morgens der Bauer und sah nach dem rechten.
Doch durften wir auf eigene Verantwortung bleiben.
Wir blieben bis zum Montag, dem 25.09., in dem hübschen
Örtchen, bei dem der Wald und die grünen Wiesen bis an
die steile und reizvolle Küste mit ihren Buchten
reichten, unternahmen Ausflüge in die nähere
Umgebung und legten uns an den Strand der Bucht.
Das Wasser kam uns aber nach Marokko ziemlich kühl vor,
es war ja auch schon die Zeit der herbstlichen Tag- und
Nachtgleiche.
In Lequeitio entdeckten wir bald eine kleine Kneipe, in
der wir uns des Abends mit den jungen Basken des Ortes
bei guter Musik den spottbilligen spanischen
Getränken hingaben. Da ich noch auf meine Leber achten
musste, war diese wohl froh, daß wir uns an diesem
besagten Montagmorgen auf den Weg nach Frankreich
machten.

Die Fahrt ging entlang der Atlantikküste ins
französische Baskenland und durch das Zentralmassiv ins
Tal der Rhone.
Ardi war Genießer und wollte möglichst vieles der
bereisten Länder sehen. Es tat uns leid, daß wir nichts
zum Sprit beitragen konnten, doch unser Bestand an Knete
war auf Null gesunken.
Extra wegen uns fuhr Ardi nicht gen Norden, den nächsten
Weg nach Köln, sondern weiter ins Oberrheintal und bei
Freiburg schlugen wir mitten in der Nacht unser letztes
gemeinsames Lager auf.
Am Morgen des 26.September 1978 verabschiedeten wir
uns bedankend von unserem Freund Ardi, er fuhr die
Autobahn nordwärts, während wir uns wieder über den
Schwarzwald und das Donautal ostwärts wandten und noch am
gleichen Tag unseren Heimatort in Oberschwaben
erreichten.
Süß war während der letzten Etappen entlang der Donau am
Nachmittag folgende Szene:
Ein etwa 10 jähriger Junge kam in einem kleinen Dorf an
der Strecke zu uns.
„Mei Mutt´r lässt eu sage, daß se nochher in Schtadt
fehrt, wenn ihr wellet, no kennet ihr zu uns komme und
vorher no´ en Kaffee trinka!"
Es gab nicht nur Kaffee, sondern auch Kuchen, was uns
sehr willkommen war, hatten wir doch mangels Geld seit
dem Morgen nichts mehr gegessen.