Nigeria, das war das westafrikanische Land, vor dessen
Durchquerung wir den größten Bammel hatten. Hauptsächlich
trugen dazu die Geschichten bei, die wir in Togo gehört
hatten. Dort waren wir fast zwei Monate festgesessen. Das
Unangenehmste war, daß wir diese Geschichten nicht etwa
von anderen Reisenden gehört hatten, Horrorstorys
begleiten Reisende ja immer und überall, nein, diese
Geschichten hatten wir von Deutschen gehört, welche in
Lagos arbeiteten und von denen manche an Wochenenden
Ausflüge ins nahe Togo unternahmen. Dies erhöhte die
Wahrscheinlichkeit des Wahrheitgehaltes dieser
Erzählungen beträchtlich. Ein Beinahe-Überfall und
auch die Warnungen unseres freundlichen Wirtes in Calabar
sollten uns dann auch bestätigen, daß es nicht ganz
ungefährlich ist, dieses Land zu bereisen.
Touristen welche Nigeria ohne Probleme mit dem eigenen
Fahrzeug durchquert haben, sollten deshalb die Gefahr
nicht herunterspielen, nur weil sie Glück hatten und sie
keine negativen Erfahrungen machten. Genauso falsch ist
es jedoch, eine Durchquerung des Landes als Heldentat
darzustellen und die Gefahren völlig übertieben zu
schildern. Vieles hängt eben, wie immer im Leben, vom
Glück ab, obwohl die Wahrscheinlichkeit, Pech zu haben,
in Nigeria wesentlich höher als anderswo in Westafrika
ist. Reisende sollten sich die Sicherheitswinweise des AA
(siehe Infos) durchlesen.
Leider habe ich in Nigeria kein einziges Foto
geschossen. Grund dafür war zum einen, daß ich nur wenige
Filme aus Europa mitgebracht hatte, denn ich dachte nach
meinen asiatischen Erfahrungen, Filme sind in armen
Ländern billiger, da die Leute ja weniger Geld haben -
ein Irrtum in Afrika. Zum anderen hatte jeder und jede
von uns eine Kamera dabei und in der zweiten Hälfte
unserer Fahrt genügte es oft, zu fragen ob dies oder das
schon jemand fotographiert habe. Daß die Beziehungen
der Menschen untereinander einem steten Wandel
unterworfen sind, ließen wir dabei leider außer Acht.
Auch hatte ich meine Fotos mal verliehen und bekam leider
nicht mehr alle zurück.
Aus diesem Grund sind die beiden Fotos in meinem
Reisebericht nicht von mir, sondern wurden mir von
Kristine Jürgensen freundlicherweise zur Verwendung
überlassen (näheres unter "Information - Links"). Die
Fotos kommen jedoch meinen Erinnerungen an Nigeria sehr
nahe. Beide Abbildungen sind auf die Homepage von Frau
Jürgensen verlinkt, wo diese in Originalgröße betrachtet
werden können.