Universaler TunnelThailand vor dem Sturm, mit diesem Titel meine ich
keine Naturkatastrophe wie etwa den verheerenden Tsunami
oder einen fürchterlichen Zyklon, der über das "Land des
Lächelns" hereinbrach, sondern dieser Titel bezieht sich
auf auf die Entdeckung dieses Landes durch die
Tourismusindustrie. Natürlich gab es bereits in den
siebziger und sogar schon in den sechziger Jahren relativ
viele Touristen im Land und der sogenannte Sextourismus
boomte schon lange, doch waren damals fast alle Besucher
Thailands Individualurlauber und die Liebesuchenden
konzentrierten sich alle in den beiden Orten Bangkok und
Pattaya.
Das hat sich gründlich geändert und der anschwellende
Massen-Tourismus trug dazu bei, daß Thailand die Reihe
der Entwicklungsländer verlassen konnte und zu einem der
sogenannten Schwellenländer wurde.
Verluste an Kultur und Natur waren dabei
unvermeidlich.
Idyllische Buchten und Inseln wurden mit touristischer
Infrastruktur verunstaltet. Aus freundlichen Fischern und
Bauern wurden geschäftstüchtige Händler und
Bootsverleiher, die hinter dem "Farang" nur seine Dollar-
oder Euroscheine sehen. Das alte Bangkok ist
untergegangen und fast nur noch seine alten Prunkbauten
blieben erhalten. Kostenloser Tee wird in den Restaurants
schon lange nicht mehr serviert.
Die Thais haben gelernt, daß ein Nicken mit dem Kopf für
die Farangs ein "Ja!" bedeutet und nicht, wie in der
ganzen zivilisierten Welt üblich, ein "Nein!". Auch daß
für diese sonderbaren Menschen zwei ausgestreckte Hände
mit abgespreizten Fingern nicht die Zahl "Acht"
darstellt, nein, sie meinen die Zahl "Zehn" dabei.
Diese bleichen Barbaren zählen die Daumen, welche ja gar
keine Finger sind, einfach mit!
Die vielen Katzen schleichen heute mit unbeschnittenen
Wedeln um die Häuser und Maggi-Würze konkurriert auch
fernab der Touristenzentren mittlerweile mit
"traditioneller" Soyasoße als Suppengewürz... Wobei
allerdings gerade die letzten beiden Beispiele beweisen,
daß nicht jede Änderung eine zum Schlechteren sein muß
und geändert hätten sich die Verhältnisse ganz sicher
auch ohne die vielen Touristen. Und, wer das Land, wie
immer mehr der Fremden, auf eigene Faust erkundet, kann
noch immer das exotische und geheimnisvolle Thailand
entdecken.
Mein Reisebericht auf diesen Seiten beschäftigt sich mit der negativen Seite des Tourismus anhand des Beispiels der kleinen Insel Ko Samet. Doch wird diesem Bericht früher oder später noch ein anderer zur Seite gestellt werden. Vor allem weil die meisten Surfer, welche Informationen über ihr Uraubsparadies suchen, nach kurzer Zeit aus diesen Seiten entfleuchen, wie ich aus den Besucherstatistiken ersehen kann. Probleme vertragen sich wohl nicht mit Urlaubslaune.