
Im Jahr 1986 drückte ich erneut eine Schulbank,
ich besuchte eine Technikerschule. Dies hatte den
Vorteil, daß es ausgedehnte Ferien gab. Diese Zeit
wollte ich wieder einmal für eine kleine Reise
nutzen. Nach einiger Überlegung wählte ich die Türkei
als Ziel. Dieses Land hatte ich neun Jahre vorher
schon einmal besucht (siehe "Kulturschock" unter
"Länder"), damals jedoch hatte ich die Türkei nur als
Station auf dem Weg nach Nepal betrachtet. Diesmal
wollte ich dieses Land so weit als möglich kennen
lernen.
Ich fuhr also eines schönen Morgens im Juli 1986 von
Memmingen mit dem Zug nach München, dort wollte ich
das Weiterkommen abklären, denn von dieser Stadt
fuhren auch billige Busse nach Istanbul. Auf dem
Hauptbahnhof erfuhr ich jedoch, daß von dort bald ein
Zug nach Athen abging und so löste ich kurz
entschlossen eine Fahrkarte nach Thessaloniki, da ich
auf dieser Reise nicht so sehr wie bei meinen
früheren sparen musste. Die Fahrt mit der Bahn war
angenehm, in Jugoslawien gönnte ich mir ein
schmackhaftes Mittagessen, das sogar in der
bahneigenen Küche frisch zubereitet wurde und noch
dazu außerordentlich günstig war. Der Zug wackelte
ziemlich gemächlich durch die Landschaft.
In Saloniki hatte ich bald Anschluß, die Fahrt ging
durch öde Karstlandschaft und am 10. Juli passierte
ich die türkische Grenze.
Meine Reiseroute mit öffentlichen Verkehrsmitteln durch die Türkei verlief erst entlang der Westküste und führte mit einem Abstecher ins Landesinnere über den Taurus bis fast an die syrische Grenze. Von dort nach Anatolien und über Kappadokien wieder zurück nach Istanbul. Erwähnen muß ich zu diesem Bericht, daß ich auf dieser Reise im Gegensatz zu den meisten anderen meiner Reisen kein Tagebuch führte, ich also fast nur auf das angewiesen war, was mir im Gedächtnis haften blieb. Lediglich einige zufällig erhalten gebliebene Hotelrechnungen und Tickets gaben Hinweise über Daten und Preise.

